Römisches Reich - S.P.Q.R.
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Das Römische Reich war im 2. Jahrhundert v. Chr. enorm angewachen. Neben den riesigen Landgewinnen durch die Punischen Kriege (Spanien, Nordafrika) gab es auch am östlichen Mittelmeer neue Provinzen wie Makedonien (148 v. Chr) und Griechenland (146 v. Chr.). Gerade diese Erfolge führten bald zu ersten Spannungen zwischen den einzelnen Interessengruppen des Reiches.
So war es vor allem die adelige Oberschicht, die vom Anwachsen des Römischen Reiches profitierte und durch Landgewinn und Sklavenströme zu enormen Reichtum kam. Die Kleinbauern hingegen, die oftmals Jahre als Legionäre dienen mussten und so keine Zeit hatten ihre Höfe zu bewirten, konnten mit den Großgrundbesitzern nicht mehr konkurrieren und verarmten zunehmend. Viele von ihnen zogen daher in die Stadt.

Der Volkstribun Tiberius Sempronius Gracchus erkannte dieses Problem und wollte 133 v. Chr. eine Landreform durchsetzen. Diese sollte die Macht der Großgrundbesitzer beschränken und die Situation der Kleinbauern verbessern. Da Gracchus im Senat keine Mehrheit für diese Reform fand brachte er das Gesetz direkt vor die Volksversammlung, was dem damals üblichen Gesetzgebungsverfahren widersprach. Nachdem der Volkstribun Octavius im Auftrag der Reformgegner ein Veto dagegen einlegte, wurde er von Gracchus und seinen Anhängern abgesetzt - Ein offener Verfassungsbruch.
Obwohl Gracchus damit kurzzeitig Erfolg hatte, führte dies zu immer größeren Spannungen zwischen den beiden Lagern. Die Reformgegner stürmten schließlich die Volksversammlung und erschlugen neben Gracchus auch 300 seiner Anhänger. Die darauf folgenden Aufstände in den Straßen Roms wurden blutig niedergeschlagen - Die Zeit der Römischen Bürgerkriege hatte begonnen.

Zehn Jahre später scheiterte Gracchus jüngerer Bruder Gaius, bei dem Versuch allen italienischen Bundesgenossen Roms das Bürgerrecht zu verleihen und wurde vom Senat zum Staatsfeind erklärt. Nachdem er sich auf der Flucht von seinem Sklaven tötet ließ, kam es erneut zu Aufständen. Diesmal fanden 3.000 Anhänger der Gracchus Reformen, die sogenannten Popularen, den Tod. Auseinandersetzung zwischen den Popularen und den Anhängern des konservativen Adels, die sogenannten Optimaten, waren ab jener Zeit an der Tagesordnung. Es kam immer wieder zu Straßenschlachten und politischen Morden.

Nachdem der Feldherr Gaius Marius, der auf der Seite der Popularen stand, im Jahr 107 v. Chr. zum Konsul gewählt wurde, sollte es doch noch zu weitreichenden Reformen kommen. Er konnte nach mehreren militärischen Erfolgen seine innenpolitische Macht so weit ausbauen, dass es ihm möglich war sowohl eine Militär als auch eine Agrarreform durchzuführen. Er führte eine Berufsarmee ein, deren Veteranen später Anspruch auf ein Stück Ackerland, dass die jeweiligen Befehlshaber verteilten, hatten. Dies hatte u.a. zur Folge dass sich die Soldaten ihrem Vorgesetzten mehr verpflichtet fühlten als dem Staat und eine langsame Machtverschiebung vom Senat hin zu hohen Militärangehörigen stattfand. Der Anfang vom Ende der Republik war eingeläutet.

91 v. Chr. kam es zum Aufstand der römischen Bundesgenossen in Italien, da ihnen Rom noch immer das vollständige Bürgerrecht verwehrte. Nach einem drei Jahre andauernden Konflikt, dem Bundesgenossenkrieg, konnten sie ihre Forderungen schließlich durchsetzen.
Nur kurze Zeit später führten die Popularen unter der Führung des Patriziers Lucius Cornelius Sulla einen Putsch durch, indem dieser mit seinen Truppen in Rom einmarschierte und sich die Macht sicherte. Dies sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein, da Sulla 87 v. Chr. die Stadt aufgrund eines Krieges wieder verlassen musste und sich die Popularen nach zehntägigem Kampf die Macht zurückholten. Nachdem diese unter der Führung von Lucius Cornelius Cinna ein Schreckensregiment errichtet hatten, kam Sulla im Jahre 82 v. Chr. zurück und besiegte die Popularen erneut. Diesmal war es Sulla der eine Diktatur errichtete und seine Gegner systematisch verfolgen ließ.

Nach den Jahren des Chaos sah es nun so aus, als sei die alte Ordnung wiederhergestellt. Sulla regierte bis 79 v. Chr. und wurde von Pompeius und Marcus Licinius Crassus, beide ebenfalls Optimaten, ersetzt.
Während deren Herrschaft kam es ihm Jahre 73 v. Chr. zu einem Sklavenaufstand unter der Führung von Spartacus. Nachdem dieser anfänglich Erfolg hatte, konnte Crassus das Sklavenheer 71 v. Chr. einkesseln und bezwingen. Spartacus und 60.000 Sklaven fielen in der Schlacht, weitere 6.000 wurden zur Abschreckung gekreuzigt. Für Crassus und Pompeius führten die militärischen Erfolge zu einem Machtanstieg, der es ihnen schließlich erlaubte Politik ohne den Senat zu machen und das, obwohl sie als Optimaten eigentlich auf dessen Seite standen.
Senatssitzung
63 v. Chr. kam es zur sogenannten Catilinarischen Verschwörung. Der Senator Lucius Sergius Catilina bereitete zusammen mit mehreren Mitverschwörern einen Putschversuch vor, von dem der bekannte römische Redner und Konsul Marcus Tullius Cicero Kenntnis erlangen konnte.
Nachdem Catilina versucht hatte Cicero ermorden zu lassen, berief dieser am 7. November den Senat zusammen um über Catilinas Umtriebe zu berichten und einen Beschluss zu erzwingen. Zur Überraschung nahm auch Catilina selbst an dieser Versammlung teil, vermutlich um seine Unschuld vorzutäuschen. Nachdem Cicero eine seiner bekannten Reden gegen Catilina gehalten hatte, verließ dieser die Stadt. Erst ein Jahr später scheiterte seine Verschwörung endgültig, als er zusammen mit seinen Truppen in der Schlacht bei Pistoria geschlagen wurde und verstarb.

Spätestens das Jahr 60 v. Chr. zeigte, dass der eigentliche Konflikt zwischen Optimaten und Popularen längst in den Hintergrund gerückt war und es nur noch um Macht und die Frage über den Fortbestand der Republik ging. Die beiden Machthaber Pompeius und Crassus schlossen zusammen mit dem jungen Aufsteiger Julius Caesar, der aus den Reihen der Popularen stammte, ein Machtbündnis, dass sogenannte Triumvirat ("Drei Männer"). Dieses sollte sicherstellen, dass im Staat nichts mehr den drei Missfallendes geschehen kann.

Caesar, der als Juniorpartner die Provinz Gallia cisalpina in Norditalien verwalten durfte, gelang in den Jahren 58 bis 51 v. Chr. die Eroberung von ganz Gallien (Ja, wirklich ganz Gallien) und damit verbunden ein unglaublicher Geld und Machtgewinn.
Nachdem Crassus 53 v. Chr. gestorben war dauerte es nicht mehr lange bis es zwischen Caesar und Pompeius zu einem Kampf um die alleinige Macht im Römischen Reich kommen sollte. Julius Caesar wurde von Pompeius und dem Senat dazu aufgefordert sein Kommando niederzulegen und als Privatmann nach Rom zurückzukehren, was er jedoch nicht tat. Stattdessen setzte er seine Truppen in Bewegung und begann im Januar 49 v. Chr. mit dem Krieg gegen die Republik. Pompeius räumte Rom, wurde ein Jahr später bei der Schlacht von Pharsalos geschlagen und kurze Zeit später in Ägypten ermordet. Nachdem Caesar die restlichen Senatstruppen besiegt hatte war er zum Alleinherrscher Roms geworden.

Ermordung von Julius CaesarAnfang 44 v. Chr. ließ sich Caesar vom Senat zum Diktator auf Lebenszeit ernennen, scheiterte aber daran seine Machtposition dauerhaft zu sichern.
Sein einstiger Günstling Marcus Iunius Brutus, sowie Gaius Cassius Longinus und zahlreiche andere Senatoren schmiedeten schon bald einen Plan um den Diktator wieder loszuwerden und die Herrschaft des Senats zurückzugewinnen. Am 15. März 44 v. Chr. wurde Julius Caesar von Brutus, Cassius Longinus und mehreren anderen Senatoren mit 23 Dolchstichen ermordet. Insgesamt sollen ca. 60 Personen an der Verschwörung beteiligt gewesen sein.

Die Rettung der Republik sollte sich aber schon bald als reine Illusion erweisen, da die ware Macht weiterhin vom Militär abhängig war. So gelang es Caesars Großneffen Octavian, zusammen mit den Feldherren Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus ein zweites Triumvirat zu gründen und die Truppen von Cassius Longinus und Brutus zu besiegen.

Wieder wiederholte sich die Geschichte aus dem ersten Triumvirat und es begann ein Kampf um die Alleinherrschaft im Reich. Nachdem es Octavian im Jahr 36 v. Chr. gelungen war Lepidus politisch kaltzustellen, entfachte ein Konflikt zwischen ihm und Marcus Antonius. Dieser Verbündete sich mit der Ägyptischen Königin Kleopatra und wurde in der Seeschlacht bei Actium von Octavian besiegt. Nach der Einnahme von Alexandria (30 v. Chr.) begingen er und Kleopatra Selbstmord. Octavian war zum neuen Alleinherrscher über das Römische Reich geworden.

Anders als Julius Caesar, gelang es Octavian, der von nun an den Titel Augustus ("Der Erhabene") trug, seine Macht dauerhaft zu sichern. Seine neue Herrschaftsstruktur "Das Prinzipat" verschleierte die neu entstandene Monarchie in dem sie die alten Institutionen, wie den Senat, bestehen ließ. Dennoch waren alle wichtigen Gewalten auf den Princeps, dem römischen Kaiser, vereint.
Den meisten muss diese verschleierte Diktatur durchaus bewusst gewesen sein, da auch der Geschichtsschreiber Tacitus noch 100 Jahre später den Untergang der Republik beklagte. Der über ein Jahrhundert andauernde Bürgerkrieg, hatte aber den Wunsch nach Frieden so sehr anwachsen lassen, dass sie schließlich die Herrschaft von Kaiser Augustus akzeptierten.


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