Römisches Reich - S.P.Q.R.
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Das Pantheon, als Kirche auch unter dem Namen Santa Maria ad Martyres bekannt, gilt als eines der am besten erhaltenen Gebäude des Römischen Reiches. Es war mehr als 1700 Jahre lang das Gebäude mit der größten Kuppel der Welt und hatte enormen Einfluss auf die Architektur der Neuzeit.

Das Pantheon von innenBereits bevor das heutige Pantheon erbaut wurde stand auf dem Gebiet ein anderer Tempel, der 27. bis 25 v. Chr. von Konsul Agrippa, zu Ehren des Kaisers Augustus, erbaut worden war. Dieser Vorgängerbau wurde jedoch bereits 80 n. Chr. stark beschädigt und brannte, nachdem er zwischenzeitlich wieder in Stand gebracht wurde, im Jahre 110 n. Chr. endgültig ab.

Über den genauen Baubeginn des Pantheon ist sich die Forschung bis heute nicht vollständig einig. Aufgrund von Ziegelstempeln kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Bau bereits 114 n. Chr. von Kaiser Trajan in Auftrag gegeben wurde.
Gesichert ist, dass der Bau unter Kaiser Hadrian zwischen den Jahren 125 und 128 n. Chr. fertiggestellt und eröffnet wurde. Unter ihm wurde das Pantheon auch für Gerichtssitzungen und Empfänge öffentlich genutzt, ansonsten war der Zweck, des als Tempel erbauten Hauses, aber vor allem kultisch. Welche Gottheiten nun genau im Pantheon verehrt wurden lässt sich nicht mehr zweifelsfrei nachprüfen, allerdings erwähnte der Geschichtsschreiber Cassius Dio Götterstatuen von Venus, Mars und Divus Iulius.

Das Pantheon besteht aus zwei verschiedenen Hauptelementen. Zum einen eine rechteckige Vorhalle mit Säulen (Tempelfassade) und zum anderen aus dem großen runden Zentralbau mit Kuppel. Dieser Rundbau ist es, der das Pantheon so besonders macht. Mit einem Durchmesser von 43,45 Metern hat die Kuppel eine für damalige Verhältnisse unglaubliche Größe. Ganz oben an der Spitze der Kuppel befindet sich eine runde Öffnung mit neun Metern Durchmesser, um dem Raum mehr Licht zu geben. Das eindringende Regenwasser wird durch den leicht geneigten Boden und verschiedene Abflüsse abgeleitet. In der römischen Tempelarchitektur findet sich kein Vorbild für das Pantheon, was dieses Gebäude noch einzigartiger macht.

Spätestens um das Jahr 400 wurde der Tempelbetrieb im Pantheon eingestellt. Das Gebäude selbst überlebte jedoch sowohl den Untergang des Römischen Reiches als auch die Zerstörung Roms während Justinians Gotenkriege. Dass das Pantheon auch danach nicht dem Verfall preisgegeben wurde, verdankt es einem besonderen Umstand: Der Oströmische Kaiser Phokas verschenkte es 608 an Papst Bonifatius IV., der es schließlich in die Kirche "Sancta Maria ad Martyres" umwandelte und eine jährliche Feier, das heutige "Allerheiligen", anordnete.
663 besuchte der oströmische Kaiser Konstans II. die Stadt und ließ die vergoldeten Bronzeplatten an der Kuppelverkleidung nach Konstantinopel schaffen. Erst 735 wurden sie von Papst Gregor III. durch eine Bleiverdachung ersetzt. Auch zwei Säulen des Vorbaus wurden, zu einem nicht bekannten Zeitpunkt, abgebaut und schließlich erst im 17. Jahrhundert durch Säulen der Nerothermen kompensiert. Aufgrund des heute noch guten Gesamtzustand des Gebäudes ist es naheliegend, dass es während der Jahrhunderte dazwischen immer wieder zu Instandhaltungsmaßnahmen kam.

Das Pantheon von aussenEine wirklich sichtbare Änderung musste das Pantheon 1270 hinnehmen, als ein Glockenturm über dem Vorbau errichtet wurde. Dieser zierte das Gebäude für mehrere hundert Jahre, währenddessen das Pantheon einen Vorplatz (Piazza della Rotonda) bekam und zur Grabeskirche (16. Jahrhundert) umfunktioniert wurde.

Papst Urban VIII. (1623 bis 1644), aus dem Geschlecht der Barberini, sorgte mit seinen "Änderungs"maßnahmen für einigen Spott in Rom: Erst ließ er die bronzenen Platten des Vorbaus entfernen und zu Kanonen für die Engelsburg verarbeiten, dann ließ er den alten Glockenturm durch zwei von Bernini entworfene neue Türme ersetzen.
Wegen der Entfernung der Platten prägte sich alsbald das Sprichwort "Quod non fecerunt barbari, fecerunt Barberine" ("Was die Barbaren nicht schafften, das schafften die Barberini") unter den Römern ein. Die neuen Türme hingegen wurden von der Stadtbevölkerung gerne als "Eselsohren" bezeichnet, was auch nicht gerade auf eine große Gegenliebe schließen lässt.
Nicht verwunderlich ist daher die Tatsache, dass die Türme 1883 wieder abgerissen und das Pantheon somit sein antikes Antlitz zurück erhielt. 1925 bis 1933 kam es zu umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen und eine große Orgel wurde aufgestellt.

Das Pantheon wird heute vom Ministerium für Kulturgüter und Tourismus unterhalten und zieht jährlich zahlreiche Menschen an, die sich selbst ein Bild von der beeindruckenden Baukunst des Römischen Reiches machen wollen. Als architektonisches Vorbild gilt das Pantheon als Prototyp zahlreicher Kuppelbauten der Neuzeit wie z.B. das Kapitol in Washington oder der Berliner Dom.


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