Römisches Reich - S.P.Q.R.
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Das Wirtschaftssystem im Römischen Reich hatte seinen Schwerpunkt noch in der Landwirtschaft. Da noch keine Maschinen oder andere Hilfsmittel vorhanden waren, welche das Agrarwesen erleichtert hätten, arbeiteten Schätzungen zufolge bis zu 40 % der Gesamtbevölkerung in diesem Sektor. Daneben nahm auch der Handel einen wichtigen Stellenwert ein, wobei auch hier das Hauptaugenmerk auf landwirtschaftliche Erzeugnisse lag. Gehandelt wurde aber auch mit Luxusgütern, Baumaterialien, Tieren und anderen Dingen. Weitere Wirtschaftssektoren waren ausserdem Bergbau, Dienstleistungen und das Handwerk.


Landwirtschaft

Mosaik WeinernteDas Agrarwesen im Römischen Reich war im Laufe der Geschichte auch Änderungen unterworfen. So wandelten sich am Ende der Republik viele Kleinbauernhöfe in große Landgüter, die mit Hilfe von Sklaven am Laufen gehalten wurden, um. Dieser Umstand und das damit verbundene Verarmen vieler Bauern, die nicht mehr konkurrieren konnten, war ein Hauptauslöser für den Römischen Bürgerkrieg und dem damit verbundenen Ende der Republik.

Das mit Abstand verbreitetste landwirtschaftliche Erzeugnis der Römer war Getreide. Da das Reich durch seine Größe viele verschiedene Klimazonen besaß wurden je nach Gegend unterschiedliche Getreidearten bevorzugt. So wurde z.B. in feuchtkalten Regionen vermehrt Dinkel angebaut, während Hartweizen und Emmer in trockenen Gebieten besser wuchs.
Neben dem Getreideanbau auf den großen Höfen gab es auch eine Gartenbaukultur, bei der direkt an den Wohnhäusern kleine Gemüsegärten angelegt wurden. Geerntet wurden hier vor allem Hülsenfrüchte, Salate, Knollengemüse und Gewürze.
Weitere wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse waren Oliven und Wein. Erstere konnten nur in sehr warmen Regionen, wie Afrika oder Spanien angebaut werden, während Wein später auch in den noch heute bekannten Weinbauregionen an Mosel und Rhein produziert wurde. Da sowohl für den Oliven- als auch für den Weinanbau teure Gerätschaften wie z.B. Pressen oder Brennöfen nötig waren, wurden die beide Produkte eher von Großgrundbesitzern mit ausreichend finanziellen Möglichkeiten vertrieben.

Obwohl Fleisch im alten Rom viel seltener auf den Teller kam als heutzutage, gab es neben den verschiedenen Anbaukulturen auch eine Viehzucht. Dabei ist noch anzumerken, dass in den Städten deutlich mehr Fleisch verzehrt wurde als auf dem Land. Die beliebtesten Fleischlieferanten waren damals wie heute Schweine und Rinder. Die Milch hingegen kam öfter von Ziegen und Schafen und nur sehr selten von der Kuh.


Handel & Transportwesen

Im römischen Handelswesen gab es zwei verschiedene Hauptgruppen: Zum einen die kleinen regionalen Händler, die ihre Waren oft selbst herstellten (z.B. Honig, Seife etc.)  und zum anderen die großen Kaufleute, die ihre Waren überregional, oft über den Seeweg, importierten.
Verkauft wurden die meisten Waren auf Märkten, die in Städten oder Dörfern abgehalten wurden. Hierzu bekamen die Siedlungen das Recht mehrmals im Monat einen Markt abzuhalten und kassierten dann von den Händlern eine, wenn auch relativ geringe, Verkaufssteuer die meist nur 1 % betrug.

Römisches StraßennetzDa viele Waren aus weit entfernten Winkeln des Reiches stammten, war das Transportwesen von großer Bedeutung. Weite Strecken wurden hierbei fast ausschließlich mit dem Schiff zurückgelegt, was den Vorteil hatte, dass auch große und schwere Waren relativ einfach fortgeschafft werden konnten. Schließlich wurden auch Granit und Marmor über große Strecken gehandelt.
Trotzdem war auch der Landtransport von großer Bedeutung, da u.a. nicht alle Orte über das Meer oder Flüsse erreichbar waren. Als Transporthilfe kamen hierbei Lasttiere wie Esel, Kamele, Maultiere und Ochsengespanne zum Einsatz. Die Römer hatten einen gut ausgebautes Straßennetz aus Dorf- und Staatsstraßen die praktisch alle Teile des Imperiums miteinander verbanden. Insgesamt umfasste das Straßennetz zu seinen besten Zeiten ca. 80.000 km. Dennoch ist anzunehmen, dass der Landtransport nur auf relativ kurzen Strecken zum Einsatz kam.

Anders war es mit der kaiserlichen Post, die von Kurieren mittels Pferd verteilt wurde. Dank zahlreicher Relaisstationen, z.B. für den Pferdewechsel, konnten die Reiter bis zu 200 Kilometer am Tag zurücklegen. So brauchte beispielsweise ein Brief von Mainz nach Rom nur etwa 10 Tage, was für die damalige Zeit eine enorme Geschwindigkeit darstellte.

Neben dem Inlandshandel ist nicht zu vergessen, dass das Römische Reich auch mit seinen Nachbarn aktiven Handel betrieb. Dabei unterschied man vor allem zwischen dem sogenannten Nord- und Osthandel. Der Nordhandel fand am Rhein mit Germanien und Skandinavien statt und brachte u.a. Sklaven und Bernstein ins Reich. Noch wichtiger war der Osthandel, der bis nach Indien und China reichte. Importiert wurden hier überwiegend Luxusgüterwie Weihrauch, Gewürze, Seide und Elfenbein.


Bergbau, Handwerk & Dienstleistungen

Bergbau war bereits im Römischen Reich ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig, da die verschiedensten Metalle von Nöten waren. So wurden z.B. Wasserrohre aus Blei gegossen, Waffen aus Eisen geschmiedet und Schmuckstücke aus Gold gefertigt. Der Eisenbedarf soll selbst bei niedrig ausgelegten Schätzungen etwa 82.500 Tonnen pro Jahr betragen haben und stellte das mit Abstand wichtigste Bergbauerzeugnis dar.

Weiterverarbeitet wurden die Metalle schließlich vom Handwerk, das ebenfalls einen wichtigen Wirtschaftsbereich darstellte. Am wichtigsten war schon zu frührömischen Zeiten die Produktion für das Militär, das immer wieder mit Waffen und Ausrüstung versorgt werden musste. Ausserdem benötigte ein Heer noch zahlreiche andere Handwerker, wie Zimmerleute, Schneider und Köche um seine Bedürfnisse zu befriedigen.
Auch für die zivile Gesellschaft waren Handwerksbetriebe, meist Kleinunternehmen, von großer Wichtigkeit. So wurden allein in Pompeji 650 Werkstätten mit unterschiedlichsten Erzeugnissen nachgewiesen. Produziert wurde alles was für den täglichen Bedarf nötig war, von Brot über Töpferwaren, Lampen, Kleidung bis hin zu Parfüm. Durch Grabinschriften aus Rom sind über 200 verschiedene Gewerbearten überliefert.
Trotz ihrer Wichtigkeit hatten Handwerker im Römischen Reich ein relativ geringes Ansehen, was auch daran lag, dass es sich bei ihnen vorwiegend um Arme, Fremde und Freigelassene handelte.

Ein letzter nennenswerter Wirtschaftszweig im alten Rom waren die Dienstleistungen, die jedoch noch nicht den Stellenwert hatten wie es bei uns heutzutage der Fall ist. Bekannt waren hier z.B. auch schon Banken, die Geld aufbewahrten und Kredite vergaben, sowie Ärzte die oft der Oberschicht angehörten und recht gut verdienten.
Dem hingegen hatten Lehrer einen recht schweren Stand im Römischen Reich, da es noch kein staatliches Schulwesen gab und nur wohlhabende Kinder zu Privatschulen und -lehrern geschickt wurden. Ihr Ruf und ihre Bezahlung war meistens recht schlecht.
Eine weiteres Gebiet das unter die Dienstleistungen fällt war die Unterhaltungsbranche. Zu ihr zählten neben Gladiatoren und Wagenlenkern auch Musiker, Tänzer und Sänger.
Als letztes darf man auch die Prostitution nicht vergessen, die für viele Frauen (und teilweise auch Männer), der einzige Weg aus der Armut war. Rechtlich standen sie am unteren Rand der Gesellschaft, oftmals wurden auch Sklavinnen zur Prostitution gezwungen. Da sie von den Sittengesetzen ausgenommen waren, galt Sex mit ihnen nicht als Ehebruch. Dabei waren die Preise relativ günstig, wobei manche Quellen sogar von nur einem As berichten (Ein Lohnarbeiter verdiente ca. 15 As am Tag). Anzunehmen ist aber, wie Graffiti in Pompeji beweisen, dass die Preise je nach Prostituierte und Dienstleistung zwischen 2 und 23 As schwankten.


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