Römisches Reich - S.P.Q.R.
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Die Reichsteilung des Jahres 395 sollte das Weströmische Reich kein Jahrhundert mehr überleben, das einst mächtigste Imperium der Welt stand vor dem Untergang.
Während das Oströmische Reich in der ersten Hälfte des 5. Jahrhundert eine relativ ruhige Zeit erlebte und wirtschaftlich stark blieb, kollabierte zum Jahreswechsel 406/407 im Westen die Rheingrenze. Eine große Anzahl von Eindringlingen ergoß sich über das Reich: Vandalen, Sueben, Alanen und Burgunden. Der vermutlich von den Hunnen ausgelöste Wanderprozess brachte zahlreiche innere Konflikte, die das Römische Reich im Westen nach und nach zerfallen ließen.

Westkaiser Honorius erwies sich als schwacher Herrscher, der die Lage nicht unter Kontrolle bringen konnte und sich angeblich mehr für seine Hühner als für das wohl Roms interessierte. Am Kaiserhof herrschte daher ein wahrer Kampf um Einfluss auf den Kaiser und auch zahlreiche Militärführer verschafften sich mit Gewalt Macht im Reich. Der daraus resultierende wirtschaftliche Niedergang verringerte die Wehrfähigkeit des Westreiches dramatisch, da das Geld für die Legionen immer knapper wurde und man bald auch auf billige Söldnertruppen nichtrömischer Herkunft (foederati) angewiesen war. In kurzer Zeit gingen zahlreiche Provinzen an die Germanen verloren.
407 n. Chr. ließ sich der in Britannien stationierte Konstantin III. zum Gegenkaiser ausrufen und setzte mit seinen Truppen nach Gallien über, wo sie stückchenweise aufgerieben wurden. In Folge dessen ging auch der römische Einfluss auf Britannien im Laufe der folgenden Jahre verloren.

410 n. Chr. meuterte ein westgotischer Söldnertrupp unter der Führung von Alarich. Da es bei den Verhandlungen um Landzuweisungen an die Goten zu keinem Ergebnis kam zog Alarich nach Rom und lies die Stadt von seinen Soldaten systematisch plündern. Obwohl es sich bei diesem Vorgang noch nicht um eine Eroberung handelte und die Söldnertruppen wieder abzogen, war es für Rom eine wahre Katastrophe. Erstmals seit fast 800 Jahren waren wieder fremde Kräfte in die Stadt eingedrungen, der Glauben und das Ansehen der weströmischen Regierung war dahin.
Dennoch besserte sich die Lage nochmals, nachdem Flavius Constantius mit dem Oberkommando der kaiserlichen Infanterie betraut wurde. Er konnte zahlreiche militärische Erfolge feiern und das Reich vorläufig stabilisieren. Die Westgoten wurden aus Italien vertrieben, 418 n. Chr. in Südgallien angesiedelt und standen fortan wieder in römischen Diensten. Constantius erreichte immer mehr Macht im Westreich und ließ sich Anfang 421 von Honorius sogar zum Mitkaiser ernennen. Nur wenige Monate später verstarb er jedoch völlig überraschend.

Nachdem auch Kaiser Honorius im Jahre 423 das Zeitliche gesegnet hatte, ernannte sich nach drei Monaten kaiserloser Zeit ein gewisser Johannes zum neuen Westkaiser. Der oströmische Kaiser Theodosius II., Neffe des verstorbenen Honorius, erkannte diesen jedoch nicht an und schickte stattdessen seinen erste sechs Jahre alten Vetter Valentinian mit Soldaten nach Italien. Nach einem kurzen siegreichen Krieg gegen die Truppen von Johannes konnte Valentinian, als Valentinian III., am 23. Oktober 425 als neuer Herrscher im Westreich installiert werden. Wegen seiner Unmündigkeit stand er in den ersten Jahren unter der Vormundschaft seiner Mutter und ab 433 unter dem Einfluss des Heermeisters Aetius.
Während der Herrschaftszeit von Valentinian kam es zur nächsten Katastrophe für das Weströmische Reich: Die Vandalen setzten im Jahre 429 von Spanien nach Afrika über und begannen dort mit der Eroberung der römischen Herrschaftsgebiete. 439 fiel schließlich Karthago mit der gesamten Provinz Africa, einer der reichsten Regionen des Westens, in die Hände des Feindes. Besonders die nun fehlenden Einnahmen beschleunigten die Abwärtsspirale noch weiter. Zwar konnten zumindest die Hunnen 451 bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (Gallien) aufgehalten werden, allerdings musste Heerführer Aetius hohe Verluste verkraften, die sich nicht mehr ausgleichen liesen. Das Heer wurde zu dieser Zeit sowieso schon massiv von Söldnertruppen unterstützt.

Blünderung Roms 455Da Aetius in der Folge eine immer größere Machtbasis erreichte wurde er Ende 454 von Kaiser Valentinian erschlagen, vermutlich um sich von dessen Einfluss zu befreien. Nur wenige Monate später ereilte dem Kaiser das gleiche Schicksal, als ihn ehemalige Anhänger des Aetius töteten. Von nun an sollte es mit dem Westreich endgültig bergab gehen.

Nach der Machtübernahme des Senators Petronius Maximus machten sich die Vandalen 455 mit mehreren Schiffen auf den Weg nach Rom. Maximus floh aus der Stadt und wurde am 31. Mai 455 getötet. Nur wenige Tage später drangen die Vandalen unter ihrem Anführer Geiserich in die Stadt ein und begannen mit einer schließlich zwei Wochen andauernten Plünderung.
Obwohl der daraus hergeleitete Begriff "Vandalismus" heute für blinde Zerstörungswut steht, hielt sich die Verwüstung der Stadt noch relativ in Grenzen. Schlimmer wog wohl der Verlust der zahlreichen Reichtümer, welche die Vandalen fortschaften um sie nach Afrika zu bringen. Angeblich nahmen sie auch eine große Anzahl angesehener Römer mit auf ihre Reise, ob unfreiwillig oder freiwillig ist jedoch nicht bekannt.
Zurück blieb schließlich eine verunsicherte, dem Untergang geweihte, Weltmacht, die abermals ohne Kaiser dastand und deren Zentrum Rom schon zum zweiten Mal ausgeraubt wurde.

In den letzten Jahren des Weströmischen Reiches sollte es keinem Kaiser mehr gelingen wirklich Einfluss zu gewinnen. Stattdessen ging die Macht fast ausschließlich vom Militär und insbesondere von Heermeister Ricimer aus, der von 456 bis zu seinem Tod im Jahre 472 die Fäden in der Hand hielt. Auf sein Konto soll auch der Tod von mindestens zwei Westkaisern gehen, die versuchten sich gegen ihn aufzulehnen.
Im Jahre 468 scheiterte eine letzte großflächige und gemeinsam mit Ostrom durchgeführte Militäraktion gegen die Vandalen. Ein Jahr später lösten sich die Westgoten formal aus dem Reich und der damit verbundenen Abhängigkeit. Schon längst waren mehrere Staatsgebilde auf ehemalig römischem Gebiet entstanden, so ließen sich z.B. die Franken im Norden Galliens nieder, während die Westgoten Hispanien in ihren Besitz brachten.

Römisches Reich 467 n. Chr.Spätestens 476 war es mit dem weströmischen Kaisertum endgültig zu Ende. Längst war der Regent auf dem Thron nicht mehr als eine Marionette gewesen, als der Offizier Odoaker beschloss den letzten weströmischen Herrscher Romulus Augustus, der im Gegensatz zu seinem vertrieben Vorgänger Julius Nepos nicht mal vom Ostreich anerkannt war, abzusetzen. Odoaker schickte die kaiserliche Amtstracht, mit dem Hinweis man benötige im Westen keinen eigenen Kaiser mehr, nach Konstantinopel.

Auch wenn das Kaisertum im Westen damit erloschen war änderte sich in Italien erstmal nichts. Der Kaiserhof, der zu dieser Zeit in Ravenna untergebracht war, und die Verwaltung blieben vorerst bestehen. Odoaker war nun faktisch der Herrscher über Italien, bis er 493 von den vorrückenden Ostgoten geschlagen wurde.
Auch in Gallien hielt sich noch bis 486/487 ein römisches Restreich, welches von der Rheinarmee und den Heerführern Aegidius und Syagrius beherrscht wurde. Nach der Schlacht bei Soissons ging aber auch dieses Gebiet in den fränkischen Machtbereich über.

Das einst so mächtige Römische Reich war in nur wenigen Jahrzehnten zerfallen. Rom, die einstige Hauptstadt der Welt hatte ihre Bedeutung endgültig eingebüßt, auch wenn ihr Tiefpunkt noch gar nicht erreicht war.
Trotz alledem war die östliche Reichshälfte weiterhin intakt geblieben und überlebte die Wirren der Völkerwanderungszeit weitgehend unbeschadet. Das Oströmische Reich sollte noch bis ins 15. Jahrhundert überdauern auch wenn es sich nach und nach verwandelte und spätestens ab dem 7. Jahrhundert nicht mehr als Römisches- sondern eher als Byzantinisches Reich bezeichnet werden sollte.


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"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss"