Römisches Reich - S.P.Q.R.
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Wenn man heute vom Limes spricht ist damit meist der Obergermanisch-Raetische Limes gemeint, eine 550 Kilometer lange Grenzanlage des Römischen Reiches zwischen Donau und Rhein. Das Wort Limes kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Querweg, Schneise oder Grenzweg. Der Hauptzweck der Anlage war sowohl eine Überwachung des Personen- und Warenverkehrs als auch ein militärisches Frühwarnsystem. Für die reine Abwehr von größeren Angriffen war die Anlage hingegen nicht geeignet.

Pfahlgraben an der SaalburgDie Römer hatten schon weit vor dem Bau des Limes damit begonnen auch Gebiete östlich des Rheins zu erkunden um auf längere Frist die Aussengrenze bis an die Elbe zu verschieben. Die katastrophale Niederlage während der Varusschlacht (Teutoburger Wald) 9 n. Chr. setzte diesem Vorhaben ein jähes Ende und die Römer zogen sich wieder zurück.

Etwa 100 Jahre nach dem Rückzug aus Germanien fasste Rom den Entschluss die Grenzen zwischen Rhein und Donau zu verkürzen und das Gebiet dazwischen teilweise zu annektieren. Durch das schlagen einer Schneise in den germanischen Wäldern entstand so ein Postweg, der Stück für Stück zu einer befestigten Grenze ausgebaut wurde.
In den Jahren 107 - 110 n. Chr. wurden im Odenwald 115 Wachtürme aus Holz errichtet, die durch ihren Abstand von nur 800 Metern in direkter Sichtverbindung zueinander lagen. Nach und Nach folgten Kastelle, wie die berühmte Saalburg die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, Holzpalisaden und weitere Türme, die in späteren Jahren durch langlebige Steinbauten ersetzt wurden. Der Ausbau des Limes erfolgte dabei nicht einheitlich und zog sich über viele Jahrzehnte. Gerade der nordwestliche Teil (Obergermanien) wurde viel eher befestigt als der Südöstliche (Rätien). Auch kleinere Verschiebungen und Begradigungen der Grenzanlage waren keine Seltenheit.

Der Limes stellte eine beeindruckende Demonstration des Römischen Reiches, hinsichtlich seiner Baukünste dar. Mit Hilfe präziser Landvermessung gelange es exakt gerade Abschnitte in den Grenzwall zu integrieren. Der 81,259 km lange Abschnitt von Walldürn bis Welzheim gilt als längste geradlinige Trasse der Antike und muss vor allem auf die germanische Bevölkerung großen Eindruck gemacht haben.
Ein ausgeklügeltes System aus kleinen und großen Kastellen im Hinterland und Wachtürmen direkt an der Grenze stellte sicher, dass auf Zwischenfälle schnell reagiert werden konnte.

Ab Ende des 2. Jahrhunderts nahm der Druck auf den Limes immer mehr zu, weswegen Kaiser Commodus viele Grenzanlagen erneuerte und ausbaute. Als dann aber durch die Kriege im östlichen Reich gegen die Sassaniden (Perser) immer mehr Truppen benötigt wurden, kam es zu ersten Abzügen vom Limes. Vor allem beim 232 n. Chr. durchgeführten Perserfeldzug des Severus Alexander wurden zahlreiche Soldaten vom Limes abkommandiert. Dies nutzten bereits ein Jahr später die Alamannen zu Plünderungszügen jenseits der Grenze, wobei zahlreiche Kastelle, u.a. die Saalburg, zerstört wurden.
Erst ein römischer Gegenschlag unter Soldatenkaiser Maximinus Thrax in den Jahren 235/236 führte dazu, dass die Gefahr am Limes noch einmal gebannt werden konnte. In den Folgejahren kam es noch einmal zu Reparaturmaßnahmen und der Limes wurde an die neuen Verhältnisse angepast. Es gilt als wahrscheinlich, dass erst zu dieser Zeit ein Wall- und Grabensystem angelegt wurde.

Unter Kaiser Valerian (253 - 260 n. Chr.) war das Schicksal des Limes endgültig besiegelt. Bereits im Frühsommer 254 wurde das Lagerdorf des Militärlagers Buch, bei Rainau in Baden-Württemberg, komplett von Germanen überrannt und vernichtet. Kurze Zeit später wurde der gesamte rätische Teil des Limes aufgegeben. In Obergermanien konnte sich der Grenzwall zwar noch einige Zeit behaupten, aber die massiven Germaneneinfälle von 259 und 260 n. Chr. führten schließlich dazu, dass auch dieser Abschnitt verloren gegeben wurde. Die Römer entschlossen sich schließlich dazu, ihre Aussengrenze wieder hinter Rhein und Donau zurückzuziehen, da diese weitaus leicher zu verteidigen waren. Obwohl das Römische Reich noch zwei Jahrhunderte existieren sollte, wurden die verlorenen Gebiete nie wieder besetzt.

Rekonstruktion des LimesNach dem Abzug der Römer (Die letzten Soldaten gingen erst gegen 275 n. Chr.) begann der Limes nach und nach zu verfallen. Dennoch sollen noch im 18. Jahrhundert viele steinerne Abschnitte vorhanden gewesen sein, ehe diese von Anwohnern geplündert wurden. Oftmals ging das Wissen über die einstige Funktion der Anlage auch völlig verloren oder wurde falsch gedeutet.

Erst später wurde damit begonnen das Erbe des Bodendenkmals wertzuschätzen und zu nutzen. Der deutsche Historiker Theodor Mommsen leitete ab 1892 die Reichs-Limeskommission, die es sich zur Aufgabe machte die genau Lage und den Verlauf des Limes zu erforschen. In Folge dessen wurde auch das Kastell der Saalburg rekonstruiert und mit dem Saalburgmuseum versehen. Im Laufe der Zeit folgten weitere Teilabschnitte und Wachtürme, so das heute zahlreiche Stätten eine Vorstellung des einstigen Grenzwalls bieten können.

Seit dem 5. Juli 2006 gehört der Obergermanisch-Raetische Limes zum UNESCO Weltkulturerbe. Entlang der ehemaligen Anlage führen heute touristische Routen wie die Deutsche Limes-Straße, der Limeswanderweg oder der Deutsche Limes-Radweg.


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