Römisches Reich - S.P.Q.R.
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Das nur noch als Ruine erhaltene Kolosseum von Rom stellt bis heute das größte jemals gebaute Amphitheater der Geschichte dar. Es hat einen großen symbolischen Charakter für die Vorstellung des antiken Römischen Reiches und ist noch immer eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Der Name Kolosseum ist erst seit dem 8. Jahrhundert überliefert und kommt wahrscheinlich von einer Kolossalstatue die einige Jahrhunderte vor dem Bauwerk stand. Von den Römern selbst wurde der Bau, vom Herrschaftsgeschlecht der Flavier herleitend, als Amphitheatrum Flavium (flavisches Amphitheater) bezeichnet.

Rom verfügte schon 29 v. Chr. über ein steinernes Amphitheater, welches auf dem Marsfeld stand und deutlich kleiner war als das spätere Kolosseum. Da es den Ansprüchen schon bald nicht mehr gerecht werden konnte, wurde es 57 n. Chr. von Nero durch ein hölzernes Theater ersetzt. Das steinerne Gebäude fiel kurze Zeit später (64 n. Chr.) dem großen Brand von Rom zum Opfer, während das hölzerne Theater wohl noch einige Zeit stehen blieb.

Als Kaiser Vespasian nach dem blutigen Vierkaiserjahr (69 n. Chr.) die Macht an sich gerissen hatte, wollte er ein Zeichen setzen und dem Volk demonstrativ jenes Gebiet zurückgeben, dass Nero einige Jahre zuvor durch seine neue Palastanlage (Domus Aurea - Das goldene Haus) an sich gerissen hatte. Auf dem Gebiet der Palastgärten plante er daher ein Amphitheater, das alle Vorgängerbauten in den Schatten stellen und dem Herrschergeschlecht der Flavier ewigen Ruhm bringen sollte. Finanziert u.a. durch den 70 n. Chr. geplünderten Goldschatz des Tempels von Jerusalem, begannen 72 n. Chr. die Bauarbeiten am flavischen Amphitheater.

Das antike KolosseumBis heute gilt das Kolosseum als architektonische und logistische Meisterleistung. Es besass insgesamt 80 verschiedene Eingänge, von denen vier der Oberschicht und dem Kaiser vorbehalten waren. Die Anordnung der Eingänge, die zahlreichen Treppen und die umlaufenden Korridore ermöglichten eine rasche Befüllung und Räumung der Anlage - Ein System das auch im modernen Stadionbau noch immer zur Anwendung kommt.
Insgesamt ist das Kolosseum 156 Meter breit und 188 Meter lang, hat also die Form einer Ellipse. Die Höhe des Bauwerks beläuft sich auf 48 Meter, hinzu kommen Kellerräume und ein meterdickes Fundament. In der Antike fanden 50.000 Zuschauer Platz in der Arena, womit die Anlage durchaus mit modernen Fußballstadien konkurrieren könnte.

Kaiser Vespasian konnte die Fertigstellung des Baus nicht mehr erleben, er verstarb 79 n. Chr., als das Kolosseum kurz vor seiner Vollendung stand. Sein Sohn Titus, der die Nachfolge antrat und selbst nur 26 Monate regieren sollte, hatte im Frühsommer des Jahres 80 die Ehre das Amphitheater einzuweihen. Aus diesem Anlass ließ er hunderttägige Spiele ausrichten, wie sie die Stadt noch nie zuvor gesehen hatte. Während der ersten Tage wurde die, zu dieser Zeit noch nicht unterkellerte, Arena komplett geflutet um Seeschlachten nachzustellen. Des weiteren gab es zahlreiche Gladiatorenkämpfe, Infanteriegefechte und Tierhetzen, denen allein während der Feierlichkeiten ca. 5.000 Tiere zum Opfer fielen.

Das Kolosseum bewahrte seine Bedeutung auch in den folgenden Jahrhunderten. Es war fortan fester Veranstaltungsort für grausame Spiele aller Art, wobei vor allem Gladiatoren- und Tierkämpfe sehr beliebt waren.  Ob es auch zu Exekutionen um Amphitheater kam, ist hingegen sehr umstritten. Sicher ist, dass jeder freie Bewohner Roms kostenlosen Zutritt zu den Veranstaltungen hatte.
Erst durch die Christianisierung des Römischen Reiches wurden die Gladiatorenkämpfe grundsätzlich in Frage gestellt, zumal Christen als Gladiatoren verboten waren. Unter Kaiser Honorius (395 - 423 n. Chr.) kam es zu ersten Einschränkungen, da er die Gladiatorenspiele, zumindest formal, verbieten ließ. Dennoch wurden sie, finanziert von Senatoren, noch bis ca. 435 n. Chr. weiter veranstaltet. Danach wurde das Kolosseum weiterhin für Tierhetzen verwendet, die auch noch von den eingefallenen Ostgoten bis zum Jahre 523 fortgesetzt wurden.

Ruine des KolosseumsAm Ende des 6. Jahrhundert hatte das Kolosseum seine ursprüngliche Bedeutung endgültig verloren. Rom hatte mittlerweile sehr gelitten, war von Kriegen verwüstet und besaß nur noch wenige Einwohner. Viele der verbliebenen Stadtbewohner richteten sich nun sogar Wohnräume im Kolosseum ein.
Durch schwere Erdbeben in den Jahren 847 und 1349 wurde das Kolosseum schwer beschädigt. Renovierungsarbeiten wurden zu dieser Zeit nicht mehr durchgeführt, stattdessen diente das Gebäude im Mittelalter sogar als Steinbruch für Päpste und herrschende Familien.

Als Papst Benedikt XIV. 1744 den Erhalt des Kolosseums anordnete, war von der einstigen Fassade nur noch die nördliche Hälfte erhalten, so wie wir die Ruine auch heute noch kennen. Fortan diente das Kolosseum als Sehenswürdigkeit und die Bewunderung für die Römische Baukunst stieg. Während des Mittelalters war der ehemalige Zweck des Gebäudes den meisten Menschen nicht einmal bekannt gewesen.
Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Bau auch archäologisch untersucht um Erkenntnisse über das einstige Amphitheater und die Römer zu erlangen. Unter Mussolini wurde von 1924 bis 1932 die Straße "Via dell'Impero" verwirklicht, die gerade auf das Kolosseum zuläuft und so das Gebäude in den Mittelpunkt rückte. Leider wurden beim Bau der Straße viele erhaltenswerte antike Relikte einfach zerstört.

Heute hat das Kolosseum, obwohl es sich nur noch um eine Ruine handelt, wieder die Bedeutung die um zusteht. Es ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden und steht so auch als Symbol für ganz Rom. Jährlich zieht das Bauwerk mehrere Millionen Touristen in seinen Bann. Auch auf der Rückseite der italienischen 5 Cent Münze hat es einen Platz gefunden.


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