Römisches Reich - S.P.Q.R.
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Mit dem Antritt von Kaiser Diokletian im Jahre 284 n. Chr. trat das Römische Reich in eine neue Zeit ein. Die tiefe Krise des 3. Jahrhundert war überwunden und es Stand eine Zeit des Umbruchs an: Die Spätantike.
Unter Diokletian wurde das gesamte Reich neu organisiert. Provinzen wurden geteilt und die zivile Verwaltung von der militärischen getrennt. Ab 293 n. Chr. wurden Unterkaiser für den Westen und den Osten des Reiches ernannt um die Sicherung der Außengrenzen besser zu organisieren. Diese als Tetrarchie bekannte Maßnahme war, auch wenn sie nach Diokletian wieder zerfiel, bereits ein erster Vorbote für die spätere Reichsteilung. Um die Inflation zu besiegen wurde 301 n. Chr. ein Höchstpreisedikt eingeführt, welches den maximalen Preis für zahlreiche Dienstleistungen und Produkte festsetzte.

303 n. Chr. begann unter Diokletian die letzte, wenn auch eine der brutalsten, Christenverfolgungen. Vor allem im Osten des Reiches wurde sie mit harter Hand durchgeführt, konnte den Glauben aber letztendlich nicht mehr zurückdrängen. 305 n. Chr. zog sich Diokletian ins Privatleben zurück, womit er der erste und einzige Kaiser war, der freiwillig sein Amt aufgab.

Schlacht an der Milvischen BrückeDanach kam es im Reich zu einem Machtkampf, der letztlich zum Zerfall der Tetrarchie führte. Konstantin, der später den Beinamen "der Große" bekam, wurde nach dem Tod seines Vaters (West-Unterkaiser Constantius Chlorus), von dessen Soldaten zum neuen Kaiser ausgerufen.
Nach jahrelangem Kampf um die Macht im Westen zwischen Konstantin und seinem Hauptrivalen Maxentius, der ebenfalls die Alleinherrschaft anstrebte, kam es im Jahr 312 zur Schlacht an der Milvischen Brücke.
Konstantin marschierte mit einem Heer von etwa 40.000 Mann in Richtung Rom, wo es bei der oben genannten Tiberbrücke zum Aufeinandertreffen mit der zahlenmäßig überlegenen Armee des Maxentius kam. Nach einem harten Kampf ging Konstantin schließlich als Sieger hervor, während sein Rivale im Tiber den Tod fand.

Konstantin der Große hatte nun die Alleinherrschaft über den gesamten Westen des Römischen Reiches errungen. Bei seinem Siegeszug durch Rom präsentierte er den abgetrennten Kopf des Maxentius. Da er seinen Sieg auf den Beistand des Christengottes zurückführte, ließ er die Christenverfolgung innerhalb seines Machtbereiches stoppen.

Im Osten regierte zu dieser Zeit Licinius, mit dem sich Konstantin vorerst einigen konnte. Erst ab dem Jahr 316 sollte es zum offenen Konflikt zwischen den beiden Kaisern kommen. Licinius weigerte sich einen Verschwörer auszuliefern und zerstörte Bilder und Statuen von Konstantin. Nach einer Schlacht in der Nähe von Adrianopel, die ohne Sieger blieb, kam es nochmals zu einer Einigung.
Nach Jahren der Rüstung und gegenseitigem Misstrauen, kam es schließlich im Jahre 324 zu einer großen und entscheidenten Schlacht zwischen beiden Kontrahenten. Konstantin der Große, der siegreich hervorging, war fortan der alleinige und einzige Kaiser des Römischen Reiches. Licinius sollte zwar erst verschont werden, wurde aber schließlich doch im darauffolgenden Jahr hingerichtet. Noch einmal war es gelungen die Einheit des gesamten Reiches herzustellen.

Besondere Bekanntheit erreichte Konstantin auch durch den Ausbau der am Bosporus gelegenen Stadt Byzantion zur neuen Hauptstadt des Reiches. Unter dem Namen Konstantinopel sollte sie die Geschichte über 1000 Jahre überdauern, ehe sie durch den Fall in Osmanische Hände den heutigen Namen Istanbul bekam. Die Einweihung zur neuen Hauptresidenz fand am 11. Mai 330 n. Chr. statt und brachte Konstantinopel faktisch den Rang als "Neues Rom" ein. Das Zentrum des Römischen Reiches verschob sich nach und nach in Richtung Osten.
Unter Konstantin trat auch das Christentum in eine völlig neue Phase ein, da er sich selbst zum neuen Glauben bekannte. Er beschenkte die Kirche und stärkte die Macht der Bischöfe, was den Grundstein für den Aufstieg zur Weltreligion legte.
Außenpolitisch fand das Reich unter Konstantin noch einmal zu altem Glanz zurück, da er die Alemannen sowie die Goten schlagen konnte und die Grenzen an Rhein und Donau sicherte. Während eines Feldzuges gegen die Perser im Jahre 337 verstarb er schließlich an einer Krankheit.

Konstantin hatte seine drei Söhne und seinen Neffen bereits früh zu Caesaren ernannt, vermutlich weil sie das Reich gemeinsam verwalten sollten. Dies ging allerdings gründlich schief, da es schon bald wieder zu Machtkämpfen und sogar zu einer Säuberungsaktion kam. Nachdem alle anderen Verwandten das Leben lassen mussten folgte zwischen Konstantins Sohn Constantius II. und dem zum Gegenkaiser ernannten Magnentius ein Krieg mit mehreren blutigen Schlachten. Nachdem Constantius II. schließlich als Sieger hervorging und Magnentius sich das Leben nahm, kehrte ab 353 n. Chr.  kurzfristig wieder Ruhe ein.
Unter Constantius II. konnten die Grenzen weiterhin gut gesichert werden, auch wenn ein erneuter Krieg gegen die Perser eher wechselhaften Erfolg brachte. Nach sieben Jahren unter seiner Herrschaft lag aber bereits ein neuer Bürgerkrieg in der Luft, als Constantius Neffe Julian von rebellierenden Soldaten zum Kaiser ausgerufen wurde. Zu einem Kampf sollte es jedoch nicht mehr kommen, da Constantius II. einer Krankheit erlag und der Weg für Julian frei wurde.

Kaiser Julian, der letzte nicht christliche Kaiser, versuchte noch einmal den alten römischen und griechischen Religionen eine Vormachtstellung zu verschaffen. Sein früher Tod, bei einem Perserfeldzug im Jahre 363 n. Chr., verurteilte dieses Vorhaben bereits frühzeitig zum Scheitern.
Nachfolger Jovian konnte nur einen Winter regieren, ehe er überraschend, vermutlich an einer Rauchvergiftung, verstarb. So wurde der Weg nun für Valentinian I. frei, der jedoch nur den Westen des Reiches verwaltete. Im Osten setzte er seinen Bruder Valens ein, um der äußeren Bedrohung besser Herr werden zu können. Dies war auch bitter nötig, da ab 375 n. Chr. die Völkerwanderung beginnen sollte. Ausgelöst durch den Einfall der Hunnen in Osteuropa wurden zahlreiche Völker nach Westen abgedrängt. So flüchteten die Goten über die Donau, wo sie bald darauf revoltierten und gegen Ostkaiser Valens in die Schlacht zogen. Am 9. August 378 kam es bei Adrianopel zu einer vernichtenden Niederlage für die Römer, bei der auch Valens selbst das Leben verlor. Im folgte schließlich Kaiser Theodosius auf den Thron. Im Westen war Valentinian I. bereits drei Jahre zuvor verstorben und durch Gratian ersetzt worden.

In den folgenden Jahren häuften sich die Ereignisse: Im Osten konnten die Goten per Vertrag autonom im Reich bleiben, während die Perser durch die Aufteilung Armeniens (Rom bekam nur ein Fünftel) für längere Zeit besänftigt wurden.
Im Westen wurde erst Kaiser Gratian (383 n. Chr.) und später sein Nachfolger Valentinian II. (392 n. Chr.) ermordet, ehe Eugenius zum Kaiser erhoben wurde. Eugenius wurde von Ostkaiser Theodosius nicht akzeptiert und in der grausamen Schlacht am Frigidus (heute Slowenien) vernichtend geschlagen. Nach der Hinrichtung des Eugenius gelang es Kaiser Theodosius das Römische Reich noch einmal zu einen. Ab September 394 war er der letzte Alleinherrscher über das gesamte römische Imperium.

Reichsteilung 395Nach Theodosius überraschenden Tod im Jahre 395 wurde das römische Reich unter seinen beiden Söhnen endgültig aufgeteilt. Im Westen regierte Honorius, während im Osten Arcadius den Thron bestieg.
Zur damaligen Zeit wurde diese Teilung als nichts besonderes angesehen, da es bereits vorher der Normalfall war, dass mehrere Kaiser regierten. Niemand konnte ahnen, dass die Teilung diesmal endgültig und für immer war.

Die prinzipielle Idee der Reichseinheit überdauerte die Trennung, da Gesetze in Ost- und West jeweils im ganzen Reich gültig waren und die Kaiser sich gegenseitig anerkannten. Dennoch entwickelten sich die beiden Reichshälften sowohl kulturell als auch administrativ langsam auseinander, wenige Jahre später sollte Ostrom außerdem eine deutlich stärkere Wirtschaft besitzen.
Als Kaiserresidenzen dienten zu dieser Zeit Konstantinopel im Osten und Mailand (später Ravenna)  im Westen. Rom, das jahrhundertelang das Zentrum des mächtigen Reiches darstelle hatte bereits deutlich an Bedeutung verloren und wurde in den nächsten Jahren nur noch sporadisch als Residenz des Westens genutzt.


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